Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTSD = Post traumatic stress disorder ) entsteht nach dem Erleben von außergewöhnlicher Gewalt bei gleichzeitiger Hilflosigkeit. Betroffen sind oft Unfall- oder Vergewaltigungsopfer, aber auch Soldaten und professionelle Helfer. Es spielt nur eine untergeordnete Rolle, ob ich selbst Opfer wurde oder nur zusah, wie andere Menschen Gewalt erlitten und man nicht helfen konnte.

Die Wahrscheinlichkeit, während seines Lebens an einer Posttraumatischen Belastungsstörung zu erkranken liegt im höheren einstelligen Prozentbereich. Bei besonderen Berufsgruppen kann sie deutlich höher sein.

Nach einem Erlebnis außergewöhnlicher Bedrohung oder Verletzung entwickeln sich sogenannte Flashbacks, in denen die traumatisierende Situation oder Teile davon durch äußere Trigger oder auch scheinbar ohne Grund plötzlich wieder auftauchen und mit heftigen Emotionen verbunden sind. Es besteht oft eine ständig erhöhte Angstbereitschaft und Anspannung, Schlafstörungen, Alpträume, Rückzug aus sozialen Beziehungen emotionale Abstumpfung und ein vermehrter Suchtmittelkonsum ( Alkohol, Tabak, Beruhigungsmittel, aber auch Kokain und Opiate ). Auch die Entwicklung chronischer Schmerzen wird begünstigt.

Manche Patienten entwickeln ihre Symptomatik auch erst nach einer Re-Traumatisierung, wobei das zweite Trauma von außen betrachtet gar nicht so schlimm zu sein scheint, aber eine frühere Traumatisierung aktiviert.

Wichtig für die Behandlung ist zunächst das rechtzeitige Erkennen. Viele Patienten fürchten sich, über die Ereignisse zu sprechen, um den Schmerz nicht neu erleben zu müssen. Die Symptome lassen sich leicht mit anderen funktionellen Störungen verwechseln. Für Erstdiagnose und Behandlung ist eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Arzt und Patient von herausragender Wichtigkeit. Der Patient muss sich sicher und geborgen fühlen können.

Bei der Behandlung im Rahmen unseres ambulanten oder tagesklinischen Therapiekonzeptes spielt deshalb auch eine Sicherheit gebende, Gesundheit fördernde Umgebung eine wichtige Rolle. Jeder Patient bestimmt, wie intensiv er sich mit welchen Themen auseinandersetzen möchte und wann. Das wirkt einer Re-Traumatisierung durch die Therapie entgegen.

Als besonders hilfreich hat sich ein Verfahren erwiesen, in dem in einer Sicherheit gewährenden Umgebung durch schnelle Augenbewegungen (bilaterale Stimulation) eine Neuorganisation des Gedächtnisses erfolgen kann. Hintergrund ist, dass bei Patienten mit PTSD Ereignisse und Emotionen anders abgespeichert sind als bei Patienten ohne Trauma. Das Therapieverfahren nennt sich EMDR ( Eye-Movement Desensitization and Reprocessing ) und führt oft in wenigen Sitzungen zu deutlichen Besserungen. Auch die Behandlung mit EMDR setzt ein sicheres Umfeld und eine Sicherheit gebende therapeutische Beziehung voraus.

EMDR wird im Rahmen einer spezifischen Traumatherapie angewendet, die sowohl kognitiv verhaltenstherapeutisch als auch tiefenpsychologisch ausgerichtet sein kann.

Bei manchen Patienten ist darüber hinaus das Erlernen eines Entspannungsverfahrens oder auch eine Behandlung mit Antidepressiva erforderlich. Auch Neurofeedback kann zu deutlichen Verbesserungen führen.

Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit für Ihren persönlichen Fragebogen und Sie erhalten noch am gleichen Tag eine unverbindliche Therapieempfehlung.