Psychotherapie für Kinder und Jugendliche

Psychotherapie für Kinder und Jugendliche ist leider eine häufig gesuchte Behandlung. Immer mehr Kinder und Jugendliche sind von psychischen und psychosomatischen Erkrankungen betroffen.
Knapp 8% aller Jugendlichen leiden unter ADS und ADHS. Diese Krankheitsbilder werden fast immer nur medikamentös behandelt.
Jeder sechste Jugendliche wurde schon mindestens einmal Opfer von Mobbing an der Schule.
Suizide sind die zweithäufigste Todesursache in der Pubertät.
Die Häufigkeit von Essstörungen und selbstschädigendem Verhalten hat in den letzten Jahren zugenommen. Magersucht hat auch heute noch eine Sterblichkeit von fast 20%.
Der Umgang mit Drogen in der Jugend ist häufig, wobei gerade in dem in Umbauprozessen befindlichen Gehirn schwere Schädigungen entstehen können, die sich dauerhaft auf das Leben des Menschen auswirken können.
Zunehmend oft brauchen Eltern mit ihren Kindern psychotherapeutische und psychosomatische Hilfe.

Psychotherapie für die Familie

Bei der Psychotherapie für Kinder und Jugendliche muss bei der Diagnostik und Behandlung immer das Familiensystem als ganzes berücksichtigt werden. Aufgrund der Abhängigkeit der Kinder von der Familie spielen stützende aber auch krankheitsfördernde Verhaltensmuster der Eltern und der Geschwister eine wichtige Rolle. In der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie werden deshalb die Eltern grundsätzlich in die Behandlung einbezogen, allerdings in unterschiedlichem Umfang.

Unser Angebot der Psychotherapie für Kinder und Jugendliche und deren Familien reicht von ambulanten Untersuchungen und Behandlungen bis zur stationären Aufnahme, ggf. mit Begleitperson.

Bei intensiver multimodaler Therapie benötigen wir meist nur zwei bis drei Wochen um Veränderungen zu erzielen. Bei schwereren Störungen bieten sich auch fraktionierte Therapien an, bei denen die Kinder oder Jugendlichen in mehreren aufeinander folgenden Ferienaufenthalten zu uns kommen. Für die Familien bietet sich dann ein Urlaub auf der Insel an, was auch eine zeitweise Einbeziehung in die Behandlung erleichtert.

Psychodiagnostik

Mit einer Vielzahl von Testverfahren lassen sich die Fähigkeiten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen testen. Aber auch Defizite in Entwicklung und Leistung werden analysiert. Testdiagnostik und psychotherapeutische Erstgespräche dienen insbesondere der Diagnostik und der darauf aufbauenden Behandlungsplanung. Das frühzeitige Erkennen bestimmter Eigenschaften macht erst eine gezielte Förderung möglich und hilft, die richtigen schulischen und beruflichen Wege einzuschlagen. 

Psychotherapie

Das wichtigste Werkzeug, um menschliches Erleben und Verhalten zu verändern ist die Psychotherapie. Hier können verschiedene Verfahren zum Einsatz kommen, wie Verhaltenstherapie oder psychodynamische Therapie, dialektisch behaviorale Therapie und auch Entspannungstechniken. Behandelt werden besonders bei Kindern und Jugendlichen nicht nur die Patienten selbst, sondern in der Regel auch die Eltern oder andere Familienangehörige. Nicht selten ist das Symptom eines Kindes Hinweis auf ein noch unerkanntes Problem in der gesamten Familie. Da jede Form der Psychotherapie auch Lernvorgänge voraussetzt, können schwere Depressionen und Ängste diesen Zugang zum Patienten erschweren. Deshalb empfehlen wir bei schwereren Störungen eine Kombination aus Psychotherapie und Stimulationsverfahren bzw. Pharmakotherapie.
Wichtig ist bei vielen Störungen, dass Psychotherapie zumindest anfangs in einer hinreichend grossen Intensität mit mehreren Wochenstunden durchgeführt wird. 

Schlaflabor 

Schlafstörungen sind weit verbreitet und viele Menschen nehmen regelmäßig Medikamente dagegen. Schlafstörungen können die Ursache von Leistungs- und Konzentrationsstörungen sein, manchmal auch Hinweis auf eine Depression. Nach einer genauen Diagnostik lassen sich spezifischere Maßnahmen ergreifen und teilweise ohne Medikamente behandeln. Mit unserem mobilen Schlaflabor kann der Patient bequem in seinem eigenen Bett schlafen. Abends werden einige Elektroden aufgeklebt, die während der Nacht Atmung, Hirnströme, EKG und Muskelanspannung messen und in einem kleinen Recorder aufzeichnen. 

Brainmapping und Neurofeedback

Die vom Gehirn abgeleiteten elektrischen Wellen geben Hinweise auf die Funktion und Zusammenarbeit bestimmter Hirnareale (EEG). Beim Brainmapping wird die Hirnaktivität in Form einer  ̈Landkarte ̈ des Gehirns abgebildet, woraus sich Rückschlüsse auf bestimmte Störungen ziehen lassen.
Im Neurofeedback lassen sich viele dieser Störungsbilder behandeln. Dabei werden die EEG-Signale mit einer Animation auf einem Bildschirm korreliert. Der Patient lernt dabei, die Aktivität bestimmter Hirnbereiche zu reduzieren oder zu erhöhen. Dieses Verfahren ist hervorragend geeignet für die Behandlung von ADS/ADHS und Krampfleiden, aber auch bei Angst, Depression, Schlaf- und Konzentrationsstörungen. 

Repetitive transkranielle Magnetstimulation

Bei diesem Verfahren werden starke Magnetimpulse auf bestimmte Teile des Gehirns abgegeben. Damit lässt sich die Aktivität dieser Bereiche aktivieren oder reduzieren. Besonders wirksam ist dieses Verfahren bei

  • depressiven Störungen
  • bei Schlafstörungen
  • posttraumatischen Belastungsstörungen
  • Zwangsstörungen
  • Suchterkrankungen
  • Essstörungen
  • Tremor und nach Hirnschädigungen.

Das Verfahren ist weitestgehend frei von Nebenwirkungen und wird zunehmend an grossen Kliniken bei Depressionen eingesetzt. Wir arbeiten mit der neuesten Gerätegeneration, die durch synchrone Messung physiologischer Parameter eine noch präzisere Lokalisation des Stimulationsareals ermöglicht.

Ketamin-Infusionstherapie 

Ketamin ist eigentlich ein Narkosemittel und hat eine gewisse Bekanntheit als Partydroge erlangt. Bei einer langsamen intravenösen Infusion über 40 Minuten in geringer Dosierung gilt es inzwischen als das stärkste Antidepressivum überhaupt und führt insbesondere zu einem sofortigen Rückgang von Suizidgedanken. Allerdings ist der antidepressive Effekt nur selten von Dauer, weshalb die Behandlung mit Psychotherapie und/oder rTMS kombiniert werden sollte. Neben der starken antidepressiven Wirkung wird diese Infusionstherapie auch bei Zwangsstörungen und Suchterkrankungen eingesetzt.
Mehr über unsere Ketamintherapie

Sport- und Reittherapie

Bei einer individualisierten Sport- und Bewegungstherapie lernen die Jugendlichen ein besseres Körpergefühl. Sport ist ausserdem antidepressiv und eignet sich gut zur Angstreduktion und zur Entwicklung eines besseren Selbstwertgefühles. Bei der Reittherapie können diese Wirkungen sogar noch stärker zur Geltung kommen.

All unsere Angebote entsprechen aktuellen wissenschaftlichen Standards. Interessenten können gern bei uns aktuelle wissenschaftliche Literatur zu den jeweiligen Verfahren anfordern. 

Unsere Spezialistin für Kinder und Jugendliche


Bibi Zazai
Diplompädagogin, Approbierte Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin 

“Wege entstehen dadurch, dass man sie geht…” 

Mein Studium der Erziehungswissenschaften und der Psychologie absolvierte ich an der Universiät Bielefeld, die Ausbildung zur Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin mit anschliessender Approbation an der Akademie in Osnabrück. Ich bin Verhaltenstherapeutin und arbeite ressourcen- und lösungsorientiert. 

Im Vordergrund stehen für mich die Lernprozesse. Es geht darum Verhaltensmuster zu analysieren und gegebenenfalls zu verändern oder zu optimieren. Wichtig ist, aktiv an den Problemen zu arbeiten, zu prüfen, inwieweit persönliche Einstellungen, wie z. B. “ich bin nur etwas wert, wenn ich alles perfekt mache” nützlich und sinnvoll sind und wie man sie verändern kann, um aktiv die Bewältigung der Probleme anzugehen. Das Selbstwertgefühl bzw. die Selbstwirksamkeit zu verbessern und die eigene Gefühlswahrnehmung zu verbessern, stellen zentrale Themen in der Therapie dar. 

Zu meinen Behandlungsschwerpunkten gehören Diagnostik und Behandlung von psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter bis 21 Jahren, AD(H)S, Angststörungen, Depression, Essstörungen, somatoforme Störungen, Tick-Zwang Störungen und Anpassungs-störungen.
Zusatzqualifikationen: Gruppentherapeutin, soziales Kompetenztraining, Elterntraining, ADHS- Gruppentraining