Unsere Pharmakotherapie: So wenig wie möglich – so viel wie nötig.

Pharmakotherapie ist der sinnvolle und sorgsam geplante Einsatz psychisch wirksamer Medikamente für den Patienten. Nicht selten erfolgt die Verordnung von Psychopharmaka aufgrund von mangelhaften besseren Ressourcen. Oft stehen kurzfristig keine Psychotherapieplätze zur Verfügung und die Zeit des primär behandelnden Arztes ist begrenzt. Eine unkritische Verordnung führt manchmal sogar zu Abhängigkeiten und zu einer Chronifizierung der Erkrankung. Eine gut geplante Pharmakotherapie kann jedoch sehr sinnvoll sein, die Behandlungsergebnisse verbessern und die Therapie verkürzen.

Neben den gängigen Medikamenten benutzen wir in bestimmten Fällen und nach Rücksprache mit dem Patienten auch Substanzen, die so nicht in allen Ländern erhältlich oder üblich sind (off-label-use). Hauptsache, die Medikamente sind sicher und schaden dem Patienten nicht.

So hat zum Beispiel das seit Jahrzehnte bekannte Narkosemittel Ketamin in einer nicht betäubenden Dosierung bei vielen Menschen eine sofortige und intensive Wirkung auf Depressionen. Ketamin wirkt bei depressiven Patienten innerhalb von 24 Stunden nach Verabreichung in einer geringen Dosis deutlich stimmungsaufhellend und führt zu einer Reduktion von Suizidgedanken. Darüber hinaus verbessert es Erinnerungs- und Merkfähigkeit. Wir verabreichen Ketamin als Infusion über etwa 40 Minuten unter ärztlicher Überwachung. Der Patient bleibt dabei bei vollem Bewusstsein. Ketamin wirkt nicht nur bei Depressionen, sondern auch bei Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTSD) und Zwangsstörungen (OCD).

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Einige Meinungen dazu finden Sie auf unserer Seite “Patientenstimmen“.

Das ebenfalls lange Zeit gegen Krämpfe eingesetzte Medikament Baclofen kann bei Alkoholsucht und Kokainabhängigkeit das Verlangen nach der Substanz (Craving) deutlich reduzieren.

Zur Vorbeugung von Rückfällen können bei Heroin- oder sonstiger Opiatabhängigkeit Naltrexonpellets implantiert werden, die bei künftiger Einnahme die Wirkung neutralisieren.

Wir suchen in jedem Fall nach der für Sie richtigen medikamentösen Unterstützung Ihrer Behandlung und orientieren uns an aktuellen internationalen Forschungsergebnissen.

 

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