Repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) hat sich besonders bewährt bei der Behandlung von Depressionen und Suchterkrankungen, zeigt aber meist auch Wirkung bei der Behandlung von Tinnitus, Burnout, Ängsten und manchmal auch bei Demenz.

Die repetetive transkranielle Magnetsimulation (rTMS) stimuliert Teile des Gehirns durch ein starkes, pulsierendes Magnetfeld. Dabei verbessern sich die Durchblutung bestimmter Hirnteile und die Zellen werden – je nach Frequenz – in ihrer elektrischen Aktivität stimuliert oder gedämpft.

Repetitive Transkranielle Magnetstimulation (rTMS) bei Depression

Bei der Behandlung von Depression mit rTMS wird meist im Bereich des dorsolateralen präfrontalen Kortex stimuliert, einer Region der Hirnrinde im vorderen Schläfenbereich. Man verwendet Magnetimpulse mit einer Frequenz von 1 bis 10 Hz, teilweise auch höher. Dabei kommen Magnetfelder von bis zu 3 Tesla zur Anwendung – etwa die gleiche Magnetstärke wie in einem MRT. Bei Demenzen kommt auch eine Anwendung von rTMS zur Stimulation des Frontalhirns in Frage.

Repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) wurde bereits 2008 von der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA zugelassen für die Behandlung von therapieresistenten Depressionen und 2018 für Zwangsstörungen. Auch in den deutschen wissenschaftlichen Leitlininen zur Behandlung von Depressionen (S3-Leitlininen) wird rTMS als mögliches Therapieverfahren bei Depressionen empfohlen. Es gibt inzwischen umfassende Studien, die Effizienz und Sicherheit des Verfahrens belegen.

Bei der Behandlung von Depressionen zeigt repetitive transkranielle Magnetstimulation in verschiedenen Studien sogar eine deutlich erhöhte Verträglichkeit und Effizienz als herkömmliche Antidepressiva. Das gilt zum Beispiel auch für postpartale Depressionen. Da alle Antidepressiva auch in die Muttermilch übergehen erscheint rTMS besonders hier als interessante Alternative. Repetitive transkranielle Magnetstimulation kann auch bei manisch-depressiven Störungen in der depressiven Phase angewendet werden.

Zwangsstörungen werden pharmakologisch meist mit SSRI behandelt, wozu aber meist sehr hohe Dosen erforderlich sind. Auch hier kann der Drang, bestimmte Zwänge auszuführen, durch rTMS deutlich reduziert werden und zeigt sich oftmals der Medikamentenbehandlung überlegen. Neue Konzepte kombinieren Magnetstimulation mit Ketamin-Infusionen und Hypnose. In den meisten Fällen Lassen sich damit die Zwangssymptome deutlich und nachhaltig bessern.

In den letzten Jahren wird repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) zunehmend auch in der Behandlung von Suchterkrankungen eingesetzt, auch bei nicht stofflichen Süchten wie Spielsucht oder Internetsucht. Ähnlich wie bei der Behandlung von Zwangsstörungen mit rTMS wird der Impuls, einer Sucht nachzugehen reduziert. Auch hier sollte die repetitive transkranielle Magnetstimulation mit Psychotherapie kombiniert werden.

Sehr schnelle Erfolge, manchmal bereits nach einer oder zwei Stimulationen, findet man bei der Behandlung von ideopathischen Tremor mit repetitiver transkranieller Magnetstimulation. Seit 2018 wurden mehrere Studien veröffentlich, die zeigen, dass rTMS leicht bis mässig ausgeprägte Alzeimer-Demenz bessern kann, besonders in Kombination mit kognitiven Trainingsprogrammen.

Repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) ist nicht invasiv und kann auch bei Schwangeren angewendet werden. Eine Behandlungseinheit dauert in der Regel etwa 20 Minuten. Manchmal entstehen dabei leichte Muskelzuckungen und ein vorübergehender leichter Kopfschmerz. Insgesamt ist rTMS aber sehr gut verträglich. Um den idealen Stimulationsort im Gehirn zu finden arbeiten wir mit einem innovativen System, welches den Einfluss der Magnetimpulse auf die Herzaktion misst (HRV-Erweiterung). Damit lässt sich eine optimale Plazierung der Magnetspule erreichen.Um nachhaltige Wirkungen zu erzielen sollten 20 bis 30 Stimulationen erfolgen.

RTMS darf nicht angewendet werden bei Epilepsien und bei metallischen Implantaten im Kopf, z.B. nach Hirnoperationen.

Wenn Sie Interesse an einer psychosomatischen Behandlung mit rTMS bei Depressionen oder einem anderen der Genannten Krankheitsbilder haben, kontaktieren Sie uns jetzt. Wir melden uns umgehend persönlich bei Ihnen, um unverbindlich die bestmögliche Therapie für Sie zu finden.

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