Was ist posttraumatische Belastungsstörung?

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS, oder auch die aus der englischen Bezeichnung Post-traumatic Stress Disorder stammende Abkürzung PTSD) entsteht in Folge eines Ereignisses, welches den drohenden Tod oder schwere Verletzungen beinhaltet oder eine massive Bedrohung der physischen Integrität der eigenen Person oder anderer darstellt. Typische Auslöser sind Unfälle, Überfälle, Vergewaltigungen, aber manchmal auch Geburten, Operationen oder eine unsachgemässe Aufklärung bei lebensbedrohlichen Erkrankungen. Es entsteht das Gefühl einer absoluten Hilflosigkeit oder eines Entsetzens, welches in der Folge zu Schlafstörungen, erhöhter vegetativer Erregung und oftmals auch sozialem Rückzug führt.

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Bild: Tyler Sturos / Pixabay

 

Wie wirkt sich posttraumatische Belastungsstörung aus?

PTBS entsteht durch ein nicht verarbeitetes Trauma. Wird ein Mensch von einem traumatischen Ereignis betroffen und kann sich nicht dagegen wehren, erfolgt die Verarbeitung während des Schlafes. Dabei entstehen oftmals Alpträume und Schlafstörungen. Wenn die Verarbeitung des Traumas gelungen ist bleibt zwar eine Erinnerung, die ist aber nicht begleitet von heftigen Emotionen oder vegetativen Reaktionen wie Herzrasen, Schweissausbrüchen, Brechreiz oder ähnlichem.
Ist das Gehirn mit der Verarbeitung des Traumas überfordert gelingt es nicht, Erinnerung und Gefühle voneinander zu trennen. Bestimmte Auslöser (Trigger) lassen die Bilder des Traumas einschliesslich der heftigen Gefühle und vegetativen Reaktionen wieder aufleben. Oftmals führt das zu einer dauerhaften vegetativen Anspannung und einem sozialen Rückzug.

Manchmal wird auch ein erstes Trauma relativ gut verarbeitet und erst eine erneute Traumatisierung führt zum Bild einer PTBS (PTSD).

Man geht heute davon aus, dass zwischen 5 und 10% der Bevölkerung irgendwann in ihrem Leben schwer traumatisiert werden und an PTBS, also einer Traumafolgestörung erkranken.

PTBS Symptome

Neben den Schlafstörungen führt die posttraumatische Belastungsstörung oft zu sogenannten Flashbacks, bei denen bestimmte Bilder oder Gerüche die traumatischen Situationen wiederaufleben lassen. Das führt dazu, dass viele Betroffene versuchen, ihre Symptome mit Alkohol, Cannabis, Opiaten, Benzodiazepinen oder anderen Drogen selbst zu behandeln. Auch chronische Schmerzen können in der Folge eines traumatischen Erlebnisses entstehen, ebenso Depressionen und Angsterkrankungen. Leider werden ursächliche Traumatisierungen nicht immer erkannt, was zu Fehlbehandlungen führen kann.

Viele Menschen mit Suchterkrankungen oder chronischen Schmerzsyndromen leiden eigentlich unter einer nicht erkannten und unbehandelten PTBS. Nicht selten handelt es sich hier um Menschen, die sich selbst nicht eingestehen wollen, “schwach” gewesen zu sein: Soldaten, Feuerwehrleute, Notärzte. Manchmal bemerken die Angehörigen zuerst, wie sich die Person allmählich verändert. Ein sozialer Rückzug, Partnerschaftsprobleme, zunehmender Alkohol- und Drogenkonsum. Auch die Suizidgefahr ist bei Posttraumatischen Belastungsstörungen deutlich erhöht.

Behandlung von PTBS

Je früher PTBS behandelt wird, desto besser ist die Prognose. Aber auch lang zurück liegende Traumatisierungen lassen sich noch behandeln.

Bei der Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung hat sich EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) besonders bewährt. Es gilt weltweit als die am besten wirksame Behandlung bei posttraumatischen Belastungsstörungen.
Bei einer Behandlung von PTBS mit EMDR wird zuerst eine Sicherheit gebende und vertrauensvolle Beziehung geschaffen. Dann fordert der Therapeut den Patienten auf, sich an bestimmte Ereignisse zu erinnern und lässt ihn dabei schnelle Augenbewegungen nach links und rechts machen. Diese Augenbewegungen kommen typischerweise im REM-Schlaf (rapid eye movements) vor, in dem wir träumen und Erlebnisse bearbeiten. In der Therapie ist dadurch eine Nachbearbeitung des Traumas möglich und die damit verbundenen negativen Gefühle werden abgeschwächt. Neben den schnellen Augenbewegungen können auch andere bilaterale Stimulationen durchgeführt werden.

Auch Hypnose und eine Expositionstherapie in virtueller Realität können zur Anwendung kommen.Dabei können in einem Sicherheit gebenden Rahmen die Ereignisse erinnert, gleichzeitig kontrolliert und die Emotionen verändert werden. 

Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation, Mindfulness Based Stress Reduction stellen ebenfalls einen wichtigen Teil der Therapie dar, da sie den vegetativen Erregungszustand reduzieren helfen und für einen besseren Schlaf sorgen.

Neben einer intensiven, traumaspezifischen Psychotherapie kommen bei der Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen auch pharmakologische Behandlungen und Hirnstimulationstherapien wie rTMS oder tDCS zur Anwendung. Traditionell werden Antidepressiva eingesetzt, allerdings mit mässigem Erfolg.

Behandlung von PTBS mit Ketamintherapie

Neuere Studien belegen die Wirksamkeit einer Ketamin-Infusionstherapie, sowie von Neurofeedback , HRV-Biofeedback und repetitiver transkranieller Magnetstimulation. 
Die antidepressive und dissoziative Wirkung des Ketamins hilft dabei, traumatische Gedächtnisinhalte zu “überschreiben”, ähnlich wie es auch beim Suchtgedächtnis bei Patienten mit Suchterkrankungen funktioniert.
Das sollte aber nur im Rahmen einer Psychotherapie und mit einem darin erfahrenen Psychotherapeuten erfolgen.
Das Instituto Dr. Scheib ist europaweit einer der Vorreiter in Behandlungen mit kombinierter Ketamintherapie bei Krankheitsbildern wie z.B. PTBS, behandlungsresistenten Depressionen, Zwangsstörungen und Suchterkrankungen.
Neurofeedback und HRV-Biofeedback helfen, den vegetativen Erregungszustand zu reduzieren. RTMS reduziert die depressiven Anteile der Störung und hilft gegen Suchtdruck und chronische Schmerzen.

All diese Therapieformen dienen der Ergänzung der psychotherapeutischen Behandlung und sollten nicht allein eingesetzt werden.

Wichtig ist für alle traumatisierten Patienten, dass eine erneute Traumatisierung durch die Behandlung vermieden werden muss. Deshalb ist eine vertrauensvolle Therapeut-Patient-Beziehung oberstes Gebot.
Patienten mit schwerer PTBS sollten immer einer spezialisierten Therapie mit speziell auf dem Gebiet der posttraumatischen Belastungsstörung ausgebildeten Therapeuten zugeführt werden!

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